Von Dr. Peter Schütze

Golf-Jahre wie das zu Ende gehende sind selten. Die Saison 2019 gehört sportlich zu den erfolgreichsten, die der Dortmunder Golfclub in den 63 Jahren seines Bestehens erlebt hat. Die Herren-Mannschaft spielte sich in einem überzeugenden Stil in die 2. Bundesliga nach oben, die Damen sicherten sich ohne Zitterphase die kommende 13. Regionalliga-Spielzeit, AK- und Jugendteams feierten Aufstiege. In der Reichsmark ist die Welt mehr als in Ordnung.

Ein Mann hat daran großen Anteil: Head-Pro Holger Böhme. In den drei Jahren seines Wirkens beim DOGC sind die Herren zwei Stufen auf der Erfolgsleiter geklettert. „Als ich 2017 in Dortmund anfing, habe ich mir feste Ziele gesetzt, die ich freilich schön für mich behalten habe“, verrät der seit 1993 als Golflehrer tätige Experte. „Bis 2020 wollte ich mit der Herrenmannschaft in der 1. Schniewind-Liga und in der DGL in der 2. Bundesliga sein.“ Beim WSMP war er schon 2018 erstklassig, ist inzwischen aber trotz einer Super-Vorstellung gegen den mehrmaligen Deutschen Meister Hubbelrath wieder abgestiegen, in der DGL hat er 2019 die 2. Liga geschafft.

Dabei war der Start gar nicht einmal verheißungsvoll. Bei der Regionalliga-Premiere in Mülheim/Ruhr reichte es nur zu einem glücklichen zweiten Tages-Platz hinter dem vermeintlich schärfsten Rivalen aus Gütersloh. „Aber nach Mülheim war ich von unserem Aufstieg überzeugt“, verrät Böhme ein Geheimnis; „denn ich hatte die Konkurrenz erlebt und gesehen, wo bei uns der Hebel zur Leistungssteigerung anzusetzen war.“ Von da an überließen die Dortmunder Gütersloh nirgendwo mehr den Vortritt, sogar in Ostwestfalen setzten sie sich durch.

Komplimente an Vorstand

In Dortmund seien die Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten günstig, hält Böhme  Komplimente bereit. Unter Präsidentin Andrea Marx seien die günstigen Rahmenbedingungen, die schon von ihrem Vorgänger Dr. Horst Brenner auf den Weg gebracht worden waren, weiter ausgebaut worden. Der Erfolg habe sich eingestellt, den Leistungsstandard gelte es jetzt zu stabilisieren.

Dafür hat es bereits personelle Entwicklungen und Entscheidungen gegeben, weitere werden bis zum Jahresende folgen. So hat sich Fredrik Strandberg, wie geplant, nach einer Saison aus Dortmund verabschiedet, um in den USA eine Profi-Karriere weiter vorzubereiten. Aus Alters- und Berufsgründen haben Veit-Robert Hasselmann,  Jan Pinner, Tim Seseke und Carsten Tilse den Kader der Zweit-Liga-Mannschaft in Richtung AK 30 verlassen, Ferdinand Volbert ist aus Studiengründen ausgeschieden. Zwei neue Namen für das in der Leistungsbreite noch verstärkte Aufgebot sind schon bekannt. Aus Münster-Tinnen kommt der gerade der Jugend entwachsene Luis Ziffus (Hcp.+ 0,6),  aus Augsburg, wo er schon Zweit-Liga-Luft schnuppern konnte, der gebürtige Coesfelder Tim Haselhoff (Hcp. 0,7); der vom RSB gewechselte Jugend-Clubmeister Alexander Coerdt ist vorerst nur für die Jugend vorgesehen, wird aber „höher“ mittrainieren.

Professionelle Vorbereitung

Zwar sind dem DOGC die beiden Bundesliga-Absteiger Marienfeld und Neufeld erspart geblieben, mit dem Bremer Club zur Vahr und Essen-Heidhausen sieht Böhme in der Gruppe jedoch (über)mächtige Gegner. Start-Gegner Teutoburger Wald hat ein wenig von seinem Schrecken verloren, Mitaufsteiger Düsseldorfer GC, wo Böhme auch schon einmal Cheftrainer war, scheint auf Augenhöhe.

Die Vorbereitung auf die Zweit-Liga-Saison läuft professionell. Der Mannschaft steht in Oliver Haumann ein Mentaltrainer zur Verfügung. Peter Köthschneider deckt als neu etablierter Teammanager alle organisatorischen Fragen ab; der erste Dortmunder Stadtmeister Volker Wetzstein ist neuer Non playing Captain. Im März gibt es in Portugal ein Trainingslager, danach ein Testspiel gegen Hubbelrath. Böhme sieht der neuen Herausforderung voller Gelassenheit und Zuversicht entgegen. „Die Mannschaft freut sich auf die 2. Bundesliga, alle sind stolz darauf, da spielen zu können.“ Für seine optimistische Optik hat der 50 Jahre alte Chef-Pro feste Koordinanten: „Ich setze bei der Mannschaft auf Spaß und Freude, auf Homogenität und Loyalität,  auf Selbstvertrauen und Teamgeist.“



 

Böhme trainiert Damen

Auf Böhme wartet noch ein weiteres, ein neues Paket Arbeit. Er übernimmt auch das Training des neu strukturierten Damen-Teams, das allerdings an und unmittelbar vor den Spieltagen weiterhin von Stephan Wittkop betreut wird – freilich in enger Abstimmung mit dem Cheftrainer. Nicht mehr zur Regionalliga-Mannschaft gehören Muna Brisam-Zaminer, Anja Kettelhack, Stephanie Marx und Theresa Staerk. Neu hinzu gekommen sind  Michaela Karthaus (31) von Mülheim/Ruhr, Simone Zwickler-Fuchs (37) aus Grafenberg, Lena Svensson (41) von Gut Neuenhof und Hanna Wilhelm (18) von Schloss Westerholt. Neuer Captain ist als Nachfolgerin von Ilka Kummer die 20-jährige Victoria Dreve.  „Die Mannschaft soll verjüngst werden, da ist Vicky gerade die richtige Schnittstelle“, begrüßt Böhme  diese Personalentscheidung.

Präsidentin Andrea Marx, selbst Mitspielerin bei den Regionalliga-Damen, verspricht sich von der Regie Böhmes „frischen Wind im Team“. Man wolle versuchen, „die Mannschaft zu Homogenität und Teamgeist zu führen“, offensichtlich Schwachstellen in der Vergangenheit. In der Gruppe werde man Willensstarke und Leistungsstabilität genug brauchen, meint Spielführerin Katja Richter; „denn mit Köln und Mülheim als den Favoriten präsentiert sich diese Staffel stärker als die des Vorjahres.“